Verschwinde dann mal

Mal wieder war alles durcheinander geraten. Wie jedes Wochenende war mein erster Gang in seine Küche, um zu sehen, ob noch etwas im Kühlschrank war oder ob ich noch einmal in die Stadt musste um einzukaufen. Dieser Raum war ein einziges Chaos und nicht nur das. Er war schmutzig und roch nach kaltem Rauch. Dort hinten in der Ecke lag eine angeschnittene Salami, keine Zeit gehabt, sie in den Kühlschrank zu legen. Auf dem Regal eilig zusammengestellte Teller, nicht abgewaschen. Lieblos in die Ecke gestellte Flaschen eines ganz besonderen Weines. Kaum bemerkt, daneben der Besen und daneben ein Eimer mit noch nicht benutztem Wischtuch. Auf dem Fensterbrett die restliche Weihnachtsdekoration mit Staub bepudert. Ein seltsamer Anblick. Werde ich mich jemals daran gewöhnen wollen? Ich nehme mein Telefon in die Hand, rufe eine Nummer an, spreche kurz und verschwinde.

Published in: on 2010/01/17 at 1:46 pm  Schreibe einen Kommentar